Zeit für Worte

Normalerweise gestalte ich meine Berichte gerne mit mehr Bildern als Text. Besondere Momente und neue Erfahrungen hält man eben gerne fest (das hat zur Folge, dass ich meistens mehr Bilder von der Freizeit habe als vom Arbeitsalltag 🙂 ).
Dieses Mal gibt es allerdings etwas mehr zum Lesen. Einige Dinge kann man einfach nicht mit Bildern ausdrücken.

Stichwort „Arbeitsalltag“ – ganz „normal“ 40 Stunden pro Woche.
Manche Tage vergehen wie im Flug, andere wiederum schleichen dahin. Manchmal denke ich, es ist sehr gut gelaufen, an anderen Tagen habe ich das Gefühl, kein Spanisch mehr zu verstehen und nur neue Wörter zu hören, von denen ich nicht weiß, was sie bedeuten. Manchmal gibt es auch neue Situationen, in denen ich zuerst nicht weiß, wie ich reagieren soll und dann muss ich mich durchfragen. Demzufolge fahre ich an einigen Feierabenden ziemlich geflasht und müde nach Hause. Aber oft erfüllt mich auch einfach Dankbarkeit.
Wenn ich mal wieder viele Dinge nachfrage, sagt meine peruanische Kollegin ab und an (aus Spaß) „Nichts weißt du“. An diesen manchmal herben Humor musste ich mich am Anfang gewöhnen und mich daran erinnern, es nicht persönlich zu nehmen. Gerade wenn man in eine komplett neue Umgebung kommt, helfen solche Aussagen nicht wirklich, auch wenn sie nicht böse gemeint sind. Das eine Mal habe ich ihr auf diesen Satz entgegnet: „Und du…“ – „Ich auch nicht“, hat sie geantwortet. Wir haben gelacht und die Situation war etwas entspannter.
Nach einigen Monaten sagte sie zu mir Sätze wie „Du lernst schnell“ oder mit einem Schmunzeln „Oh wie intelligent!“. Das hat mich natürlich motiviert.
Für mich ist es immer wieder eine Challenge: Sich nicht unterkriegen zu lassen und sich nicht verletzen zu lassen von dem, was andere einem sagen, sondern sich bewusst zu sein, dass man wertvoll ist – bedingungslos.

Stichwort „Freizeit“ – Wochenenden und Urlaubstage (20 pro Jahr).
In der letzten Zeit konnte ich ein paar weitere wundervolle Dinge erleben (mehr darüber in einem folgenden Blogeintrag).
Meistens sind spezielle Erlebnisse für mich mehr als ein Ausflug oder das Kennenlernen Perus. Die Berge, das Meer, die Landschaften – das alles ist so „impresionante“ – beeindruckend. Für mich ist es immer auch eine intensive Zeit mit Gott. Ich merke intensiver, dass ich mit Gott verbunden bin und wie großartig er ist. Jedes Mal staune ich in diesen Momenten über die geniale Idee von ihm, mich hierher nach Peru zu bringen, obwohl es niemals mein Plan gewesen war.
Gott ist echt großartiger, als wir manchmal denken.

2 Gedanken zu “Zeit für Worte

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