Die Wunder

Danke für euer Mitfiebern und Mitbeten!
In den letzten Tagen ist viel passiert…

Herausforderung: Fahrt nach Curahuasi
-> wir brauchen „pruebas rapidas“ (Schnellteste für Corona) und es gibt nur wenige in Cusco -> damit beantragt Dr. Klaus John unsere Reise nach Curahuasi (aufgrund der Ausgangssperre)

Samstag, 02.05.2020 – Wunder: Wohnung
Rebecca und ich ziehen bei unseren Gastfamilien aus und wohnen für die nächsten Tage in einer leerstehenden Wohnung eines Pastors. Der Grund: Wir müssen ins Hospital, um nach den „pruebas rápidas“ zu fragen und es bestände das Risiko, dass wir uns den Virus einfangen und auf unsere Gasteltern übertragen.
Bei den Gastfamilien ging es uns sehr gut und trotzdem genießen wir es, wieder etwas selbstständiger sein zu können. Also gehen wir erstmal einkaufen – natürlich mit Mundschutz!

Montag, 04.05.2020 – Wunder: Freundliches Personal
08:00 Uhr: Der spannende Tag beginnt. Wir machen uns auf den Weg zum Hospital. Der Arzt nach dem wir gefragt haben ist sehr hilfsbereit, hat aber keine Schnellteste für uns. Er schickt uns weiter zu einer anderen Klinik. Dort beginnt für uns eine „kleine“ Tour von etwa 4 Stunden. Für mich fühlt es sich an, als wäre ich in einem Escape-Room und muss Rätsel lösen, um den Ausgang zu finden.

Wir werden von einem zum anderen geschickt. Zwischendurch taucht plötzlich eine Señora auf, die uns herumführt. Teste gibt es für uns nicht, sie sind sehr rar. Eine Alternative wäre ein „Certificado medico“ (Gesundheitszeugnis). Also kaufen wir das Formular. Gekauft ist aber leider noch nicht ausgefüllt – mit dem Formular wandern wir nochmals durch die Klinik, aber kein Arzt möchte das ausfüllen, weil sie keine „prueba rápida“ haben, um zu bestätigen, dass wir den Virus nicht in uns tragen.

17 Uhr – Wunder: Erlaubnis-Papierie
Bis 17 Uhr wissen wir nicht, ob wir am nächsten Tag fahren können oder nicht. Aber wir erleben eine von Gott geschenkte Gelassenheit. Endlich kommt die Nachricht: Dr. Klaus John hat die Erlaubnis für unsere Fahrt auch ohne das ärztliche Attest bekommen (wie ich später erfahren habe, nach 6 Stunden…). Also heißt es Sachen packen und den letzten Abend in Cusco genießen. Am nächsten Tag werden wir von einem „taxista“ (Taxifahrer) aus Curahuasi in Cusco abgeholt.

Dienstag, 05.05.2020 – Wunder: Polizeikontrolle
Auf geht’s nach Curahuasi!

Viele Menschen sind trotzt Ausgangssperre unterwegs. Sie wollen in ihre Heimatdörfer, weil sie keine Arbeit mehr haben oder wurden vielleicht aus den Wohnungen geworfen, weil sie nicht mehr zahlen können, oder sie haben andere Gründe. Hier sieht man vermutlich Venezulaner, die seit zwei oder drei Tagen an der Grenze der Regionen Cusco und Apurímac sitzen und nicht weitergelassen werden.

Geschafft! – Wir sind sehr dankbar, dass wir über die Grenze der zwei Regionen Cusco und Apurímac gelassen wurden. Die Polizei hatte den Taxifahrer einiges gefragt und sich die Papiere angeschaut. Aber nachdem wir uns schriftlich registriert hatten, durften wir weiterfahren.

Ich wurde herzlichst in meiner WG empfangen und es gab einen leckeren Apfelkuchen. Wie man sieht wird in der WG manchmal „SpanDeutsch“ (Spanisch-Deutsch) gesprochen. 😉

Mittwoch, 06.05.2020 – Wunder: Testergebnis Negativ
Jetzt kommt der richtig spannende Teil! Diospi Suyana hat ein paar „pruebas rápidas“ bekommen können und wir sind die Allerersten, die gestestet werden! Mit einem Blutstropfen vom Zeigefinger wird der Schnelltest gemacht. Gespannt beobachten wir, wie der Test sich einfärbt. Das Ergebnis: NEGATIV! Gott sei Dank! Somit müssen wir auch nicht in die vierzehntägige Quarantäne.
Wir nutzen den Tag, um im Hospital Organisatorisches zu erledigen. Die nächsten ein oder zwei Monate widme ich allerdings noch dem Spanischlernen.

Und dann geht es mit dem Quad nach Hause. 🙂

4 Gedanken zu “Die Wunder

  1. Avatar von ulla.hoppe@gmx.de ulla.hoppe@gmx.de

    Liebe Doro,

    vielen Dank für die Infos, fürs Teilen und alles kurz und knapp, gut und gerne zu lesen und dann noch bebildert!! Da hast Du ein gutes Händchen!

    Und von mir aus muss ich sagen, Gott ist größer als ich es erwartet habe… Das waren so viele Wunder, die Du, die Ihr gebraucht habt, dass ich echte Bedenken hatte …. Tut mir leid. Echt beschämend

    Und wie gut, dass Gott sich davon nicht abhängig macht!! Gott sei Dank!!

    Wünsche Dir von Herzen ein gutes Einleben, das Finden guter Kontakte aus denen sich Freundschaften entwickeln werden/können und viel Geduld beim Sprache lernen und weiter einfinden in die Kultur und auch die Kulturen der versch. Mitarbeiter und künftigen Kollegen!

    Jesus ist an Deiner Seite

    Ulla

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