Carné Extranjería – eine lange Geschichte

Endlich kann ich meine Visum-Geschichte erzählen. 🙂 Darauf habe ich jetzt ein Jahr gewartet, um sie komplett erzählen zu können.

Eine Woche, nachdem ich hier in Peru angekommen war (Feb. 2020), machte ich mich mit meiner Patin Ruth auf den Weg zur Beantragung meines Visums für das folgende Jahr. Ich war mit einem Touristenvisum eingereist, das nur 90 Tage gültig war.
Zuerst mussten wir zu Interpol in Cusco. Nach den Erfahrungswerten brauchten wir Farbkopien von meinem Reisepass. Also ging ich am Tag vorher zu einem Copyshop und ließ mir die Kopien anfertigen. Bei Interpol angekommen gaben wir die Kopien ab und bekamen zur Antwort, dass wir aber Schwarz-Weiß-Kopien bräuchten. Willkommen in Peru – da läuft ab und zu einiges anders als man denkt… Aber wir sind ja flexibel, nicht wahr? 🙂

Gott sei Dank waren die Beamten ziemlich nett und kopierten die Kopien nochmal mit ihrem Schwarz-Weiß-Kopierer. Dann musste ich ein Formular mit allen meinen Daten ausfüllen, noch kurz in die Kamera schauen für ein „Verbrecherfoto“ und zum Schluss von jedem Finger einen Fingerabdruck abgeben.
Die nächste Station war eine Zahnarztpraxis, in der eine Bestandsaufnahme meiner Zähne dokumentiert wurde. *interessant…*

Als das geschafft war, hatten wir nur noch einen Termin bei Migraciones, die Ausländerbehörde. Hier hieß es erstmal warten, warten und warten. Letztendlich wurden wir aufgerufen, meine Daten wurden aufgenommen und soweit ich mich erinnere, wurde noch einmal ein Passfoto gemacht.

Eigentlich sollte ich dann Ende März 2020 meinen Ausweis (Carné Extranjería) abholen. Da aber am 16.03.2020 – fünf Wochen nach meiner Einreise – die Quarantäne in Peru begann, konnte ich diesen Termin nicht wahrnehmen.
Das Online-System von Migraciones wurde in dieser Zeit weiterentwickelt und ich konnte mein Carné Extranjería ausdrucken und als Din A4-Dokument mitführen.

Seit kurzem konnte man online wieder Termine zum Abholen ausmachen. Und so kam es, dass ich nun ein Jahr später meinen Ausweis in der Hand halte.

Das Abholen verlief ziemlich unkompliziert. Bevor ich reingehen durfte, gab ich meine Dokumente ab. Mein Reisepass wurde „ausgeschüttelt“ um sicherzugehen, dass kein Geld rausfallen würde… (#korruption). Zuerst musste man sich die Hände waschen, dann einmal die Arme ausstrecken und die Augen schließen. Anschließend wurde man mit Desinfektionsmittel einmal rundherum abgesprüht…
Nach einer kurzen Wartezeit wurde ich aufgerufen und dann ging alles relativ schnell. Ich bekam den Ausweis und konnte zwei Stunden später auch meinen Reisepass wieder abholen.

Da ich jetzt den Ausweis (das Kärtchen) habe, kann nun online mein Visum für das nächste Jahr beantragt werden.
Bei den ganzen Visum-Angelegenheiten wäre ich ohne unsere deutsche Mitmissionarin Viola komplett aufgeschmissen. Viola kümmert sich bei allen Missionaren um alles was visumtechnisch ansteht und sie muss sich dabei oft mit Änderungen, Erneuerungen und manchmal nichtssagenden Antwortmails herumschlagen… Für mich ist sie echt eine super Hilfe!!! Muchas gracias, Viola! 🙂

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